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Führung mit Tiefgang: Was Nachfolger von 35 Jahren Führungserfahrung lernen können

von | Juni 28, 2026 | Blog | 0 Kommentare

Was unterscheidet eine erfolgreiche Nachfolge von einer gescheiterten? Oft ist es nicht der Businessplan und nicht die Finanzierung – sondern die Art, wie Du führst, kommunizierst und auf Dich selbst achtest. Im Gespräch mit Peter Liepolt, Gründer des Instituts Perspektive Handwerk und Autor des Buches „Führen mit Tiefgang“, wird deutlich: Gute Führung ist kein Talent, sondern ein Handwerk – und genau deshalb lernbar.

Vom Banker zum Führungscoach im Handwerk

Peter Liepolt hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich. Aufgewachsen in einer Handwerkerfamilie in Emden, führte ihn seine Karriere zunächst in die Welt der internationalen Investmentbanken. Mit Anfang 20 war er stellvertretender Abteilungsleiter bei Morgan Stanley – und völlig überfordert mit der Führungsverantwortung. Feedbackgespräche, Teamkonflikte, Deeskalation: All das hatte ihm niemand beigebracht.

Diese Erfahrung prägt ihn bis heute. Nach Stationen bei der Deutschen Börse, eigenen Unternehmensgründungen und dem Verkauf von Firmen kehrte Peter zu seinen Wurzeln zurück – dem Handwerk. Gemeinsam mit seinem Partner Dirk Abel gründete er das Institut Perspektive Handwerk (IPH) und entwickelte den ersten IHK-zertifizierten Lehrgang zum Leiten einer Baustelle in Deutschland. Heute begleitet das IPH Handwerksbetriebe bei Führungskräfteentwicklung, Kommunikation und Organisationsaufbau.

Führung auf drei Ebenen: Das Liepolt Leadership Setting

Peter hat über die Jahre ein eigenes Führungsmodell entwickelt, das auf drei Ebenen basiert:

  • Mindset und Haltung: Das Fundament jeder guten Führung. Wer bin ich? Was sind meine Werte? Wie ist mein Menschenbild? Ohne inneren Kompass fehlt die Orientierung – für Dich selbst und für Dein Team.
  • Kommunikation und Instrumente: Die Werkzeuge, die Du brauchst, um Deine Haltung in den Alltag zu übersetzen. Feedbackgespräche, lösungsorientierte Kommunikation, Persönlichkeitsmodelle wie das DISG-Modell – all das sind erlernbare Fähigkeiten.
  • Gesundheit: Die oft unterschätzte dritte Ebene. Als Peter diesen Punkt vor fast 20 Jahren erstmals in sein Modell aufnahm, erntete er Skepsis. Heute ist klar: Eine Führungskraft, die nicht auf sich selbst achtet, kann auch nicht nachhaltig für andere da sein. Gesundheit ist keine Privatsache – sie ist Führungsaufgabe.

Dieses Dreierkonstrukt ist keine Theorie. Es ist das Ergebnis von 35 Jahren Führungserfahrung – im Leistungssport, in der Finanzwelt und im Handwerk.

Führungswissen gehört an die Basis – nicht ins Chefbüro

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch: Führungswissen darf kein Geheimnis sein. Peter erzählt von einem Handwerksbetrieb aus Heidelberg, in dem ein Baustellenleiter nach einem IPH-Lehrgang zu seinem Chef ging und sagte: „Chef, Du musst da eigentlich auch hin.“ Der Chef nahm das ernst – und schickte anschließend alle Mitarbeiter durch die Kommunikationsschule. Vom Auszubildenden bis zur Geschäftsführung. Niemand nahm sich raus.

Das Ergebnis: Eine gemeinsame Kommunikationsbasis im gesamten Betrieb. Alle kennen Persönlichkeitstypen, alle verstehen Perspektivwechsel, alle kommunizieren faktenorientiert statt interpretierend.

Die Zahlen untermauern diesen Ansatz eindrucksvoll: Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) könnten Handwerksbetriebe bis zu 13 % mehr Umsatzrentabilität erzielen, wenn sie besser kommunizieren würden. 13 Prozent – nur durch bessere Kommunikation. Das ist keine Esoterik, das ist betriebswirtschaftliche Realität.

Angstfreie Räume schaffen: Fehler als Chance nutzen

Peter bringt es auf den Punkt: „Es ist Führungsaufgabe, angstfreie Räume zu schaffen.“ Was bedeutet das konkret? Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht und Angst hat, das dem Chef zu sagen, dann wächst dieser Fehler im Stillen – manchmal bis zur Katastrophe.

Die Alternative: Ein Umfeld, in dem der Mitarbeiter von sich aus sagt: „Chef, da ist ein Fehler passiert.“ Dann wird zuerst die Kuh vom Eis geholt. Und danach setzt man sich zusammen und fragt: Was lernen wir daraus? Was optimieren wir, damit das nicht wieder passiert?

Das funktioniert nur, wenn Du als Führungskraft selbst vorangehst. Auch Du darfst Fehler eingestehen. Auch Du darfst sagen: „Sorry, letzte Woche war ich unfair zu Dir – das hatte nichts mit Dir zu tun.“ Diese Offenheit schafft Vertrauen und ist der Kern moderner Führungskultur.

Persönlichkeitsmodelle wie das DISG-Modell helfen dabei, Menschen besser zu verstehen. Der „rote“ Typ, der immer macht und macht, neigt zum Burnout. Der „grüne“ Typ, der jede Aufgabe übernimmt, die sonst keiner macht, rutscht leise in die Überlastung. Als Führungskraft musst Du diese Muster erkennen – und gegensteuern.

Das Bestehende würdigen: Der wichtigste Tipp für Nachfolger

Stell Dir vor, Du übernimmst einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern. Die Hälfte davon ist seit über zehn Jahren dabei. Der alte Meister kennt jeden Handgriff, jeden Kunden, jede Macke. Und Du kommst rein – jung, motiviert, voller Ideen.

Was machst Du als Erstes?

Peters klare Antwort: Würdige das Bestehende. Bevor Du auch nur eine Veränderung anstößt, erkenne an, was aufgebaut wurde. Das klingt simpel, ist aber der Schlüssel, um Vertrauen zu gewinnen. Nicht trotz Deiner Jugend und Deiner neuen Ideen – sondern mit ihnen.

Wer als Erstes zeigt, was er alles besser kann, verliert die Mannschaft. Wer zuerst zuhört und anerkennt, gewinnt sie.

Familien-Nachfolge vs. externer Einstieg: Warum Akzeptanz unterschiedlich ausfällt

Peter beobachtet einen interessanten Unterschied: Im Handwerk ist die Akzeptanz eines Familienangehörigen als neuer Chef oft höher als in anderen Branchen. Sohn oder Tochter übernehmen den Betrieb – das wird in vielen Handwerksbetrieben als natürlicher Übergang akzeptiert.

Deutlich schwieriger wird es, wenn ein Kollege plötzlich zum Chef wird. Oder wenn jemand von außen kommt – etwa durch einen Unternehmenskauf. Gerade hier braucht es Fingerspitzengefühl, klare Kommunikation und oft auch eine neutrale Begleitung von außen, die Erwartungen auf beiden Seiten sichtbar macht.

Private-Equity-Welle im Handwerk: Was das für Nachfolger bedeutet

Ein Trend, den Peter zunehmend beobachtet: Immer mehr Handwerksbetriebe in Nachfolgesituationen werden von Private-Equity-Investoren aufgekauft. Diese verfolgen eine Buy-and-Build-Strategie – sie zentralisieren Verwaltung, heben Margeneffekte und bauen Plattformen auf.

Für Nachfolger bedeutet das zweierlei: Einerseits entsteht Wettbewerb um attraktive Betriebe. Andererseits kommen durch solche Übernahmen oft neue Führungskräfte von außen in gewachsene Strukturen – mit einer völlig anderen Ausbildung und Kultur. Das macht die Themen Führung, Kommunikation und Würdigung des Bestehenden noch wichtiger.

Leistungssport und Führung: Mehr Parallelen als gedacht

Peter war nicht nur Banker und Berater – er war auch Leistungssportler. Zweite Liga im Volleyball, Trainerausbildung, Spielerinnen, die später bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften antraten. Diese Erfahrung fließt direkt in seine Führungsarbeit ein.

Im Sport wie in der Unternehmensführung geht es um Teamzusammenstellung, um das Halten von Leistungsträgern, um das Entwickeln von Rohdiamanten. Und um die Frage: Wie schaffe ich es, dass jeder im Team sein Bestes gibt – ohne dabei auszubrennen?

Sein Buch „Führen mit Tiefgang“ bündelt diese Erkenntnisse in einer Sammlung von Gedankenperlen – Zitate und Reflexionen, die zum Nachdenken anregen und Führungskräfte in die Selbstreflexion bringen.

Der Kümmerer-Tipp: Wer kümmert sich um Dich?

Zum Schluss ein Tipp, der so einfach klingt und doch so selten beherzigt wird: Such Dir einen Kümmerer. Jemanden, der auf Dich achtet, wenn Du selbst zu beschäftigt bist, auf alle anderen zu achten.

Bei Peter ist das seine Frau. Sie erinnert ihn an Vorsorgeuntersuchungen, achtet auf seine Blutwerte, gibt ihm den Spiegel, wenn er sich zu viel zumutet. Bei mir ist es genauso – meine Frau hat diese Rolle auch inne.

Aber es muss nicht der Ehepartner sein. Es kann ein Freund sein, ein Coach, ein Mentor. Entscheidend ist: Du brauchst jemanden in Deinem Umfeld, der Dir ab und zu sagt: „Atme mal durch. Überleg noch mal.“ Gerade in der Nachfolgesituation, wo vieles neu ist und die Motivation hoch, ist diese Rolle Gold wert.

Fazit: Nachfolge braucht Führung – und Führung braucht Tiefgang

Was ich aus dem Gespräch mit Peter mitnehme, lässt sich auf einen Nenner bringen: Erfolgreiche Nachfolge ist kein Sprint, sondern ein bewusster Prozess. Du brauchst ein klares Mindset, die richtigen Kommunikationswerkzeuge und den Mut, auch auf Deine eigene Gesundheit zu schauen.

Wenn Du gerade in einer Nachfolgesituation steckst und Dich fragst, wie Du das Ganze strukturiert angehen kannst – ohne Dich zu überfordern –, dann lass uns sprechen. In der Nachfolgeschmiede begleite ich Nachfolger dabei, Klarheit und Selbstvertrauen aufzubauen. Mit einem bewährten Prozess, der sowohl die menschliche als auch die unternehmerische Seite der Übergabe in den Blick nimmt.

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Denn Nachfolge ist kein Ende. Es ist der Anfang.

Ich bin Benedikt Stentrup, der Nachfolge-Schmied.

Als Unternehmer, Nachfolger und Experte weiß ich genau, was dich bewegt. Ich kenne deinen Alltag aus 15 Jahren Praxis und habe Nachfolge selbst in allen Facetten durchlebt – als Angestellter, Familien-Nachfolger und Übernehmer. Mein Ziel: Dir das Selbstvertrauen für deine erfolgreiche Übergabe zu geben.

Benedikt Stentrup Nachfolger Experte

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