Rohre, Grünkohl und die Problemzonen der Nachfolge

In dem heutigen Blog-Beitrag fasse ich die Nachfolge-Geschichten zusammen, die mir auf einer Branchen-Messe zu Ohren gekommen sind. Dabei kristalisieren sich für mich immer die gleichen drei Problemzonen heraus, für die ich aber auch eine Lösung im Gepäck habe. 

Wie du ja weißt, bin ich im Hauptberuf Geschäftsführer eines Unternehmens, das unterirdische Infrastruktur reinigt, untersucht und instandhält. Das ist eine kleine Nische im Tiefbau oder in der Umwelttechnik. Kunden dieser Dienstleistungen oder Bauleistungen sind in erster Linie kommunale Auftraggeber, also Städte oder Abwasserzweckverbände. Aber auch Konzerne, die  Entwässerungsprobleme auf ihren Firmengeländen vermeiden wollen oder Ingenieur- oder Planungsbüros gehören hier zu unseren Zielgruppen. Diese Branche der Rohr- und Kanalsanierung ist eher von KMUs oder von Mittelständlern geprägt. In den vergangenen Jahren sind auch einige Profi-Investoren in die Branche eingetreten, die dann Betriebe in Nachfolgesituationen übernommen haben. Ob das jetzt in jedem Fall für das Unternehmen und seine Beschäftigten der richtige Schritt war, möchte ich gar nicht bewerten, aber man merkt daran, dass eben auch in dieser Rohrsanierungswelt Unternehmensnachfolgen ein Thema sind.

Das Oldenburger Rohrleitungsforum

Anfang Februar war ich nun auf dem Oldenburger Rohrleitungsforum. Das ist die Saisoneröffnung der norddeutschen Rohrbranche. Dort treffen sich Branchenvertreter und tauschen sich über die neuesten Trends aus. Dieses Rohrleitungsforum gibt es nun schon seit fast 40 Jahren und es wird von einem Institut der in Oldenburg ansässigen Jade Hochschule veranstaltet. Dieses Jahr lautete das Kernthema „Städte der Zukunft – Transformation unterirdischer Infrastruktur“. Das heißt, es ging um Energieversorgung, Abwasserentsorgung etc. und dazu gab es eben ein Kongressprogramm mit verschiedenen Vorträgen und Diskussionsrunden. Begleitend zu dem Kongress gab es eine große Fachausstellung.

Neben technischen Schwerpunkten war auch auf dem Rohrleitungsforum das Thema Unternehmensnachfolge vielerorts präsent. Am Rande der Veranstaltung habe ich viele verschiedene Varianten und Storys gehört, die ich heute mit dir teilen möchte:

Vielseitige Nachfolge-Erfahrungen

Zum einen habe ich auf unserem Messestand mit mehreren jungen Menschen gesprochen. Die designierte Nachfolger in Familienunternehmen sind. Das heißt, die haben gerade studiert, sind neu in ihrem Unternehmen oder im elterlichen Betrieb und machten auf mich einen sehr motivierten Eindruck und hatten auch Lust darauf, das Unternehmen weiterzuführen. Das hat bei mir für einen gewissen Optimismus gesorgt, weil ich da wirklich mehrere junge Menschen hatte, die sagten, „jawohl, ich bin jetzt eingestiegen, zusammen mit meinen Eltern, zusammen mit meinem Schwiegervater schieben wir das jetzt an.“

Ich habe auch mit einem Vater-Sohn gesprochen. Der Sohn hat auch schon vor längerem sein Studium beendet und auch schon ein paar Jahre Berufserfahrung bei einem anderen Arbeitgeber in der Branche gesammelt und ist nun mit in das Planungsbüro seines Vaters eingestiegen. Und auf mich wirkten auch die beiden sehr zufrieden und ich glaube, die werden das auch sehr gut hinbekommen, den Staffelstab zu übergeben.

Und dann habe ich mit jemandem gesprochen, der die Nachfolge in einer Tiefbaufirma antreten wollte und da nach circa einem Jahr wieder den Rückzug angetreten hat. Ja, wie kam es dazu? Es ist wohl so gewesen, dass der Seniorchef die Änderungen, die der Nachfolger initiiert hat, immer wieder zurückgedreht hat. Der Nachfolger hatte also von Montags bis Freitags versucht, gewiss Modernisierungen im Unternehmen vorzunehmen. Das betraf also sowohl die Organisation wie auch die Digitalisierung. Und am Wochenende ist dann wohl die Eigentümerfamilie zu dem Schluss gekommen, „nee, nee, dieses neumodische Zeugs, was der da macht. Das passt irgendwie nicht. Wir machen das doch lieber so, wie wir es immer gemacht haben.“ Und das führte sogar so weit, dass dann die Seniorchefin hinter dem Rücken des Nachfolgers, der auch schon Geschäftsführer war, Besprechungen mit den Führungskräften abgehalten hat und gesagt hat, diese Erneuerung, das müsste alles gar nicht so sein. Die Eigentümer-Familie hat dort also wirklich sehr ungeschickt agiert und nach mehreren klärenden Gespräche hat der Nachfolger dann nach einem Jahr das Nachfolgethema wieder ad acta gelegt und ist nun wieder in eine Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber gegangen und ist damit jetzt zufrieden. Krasse Geschichte!

Ich habe auch noch mit einem Unternehmer gesprochen, der gar nicht möchte, dass seine Kinder in sein Unternehmen einsteigen, weil er sagt, „mein Geschäftsmodell ist eigentlich zu krisenanfällig“ und mit Blick auf den Fachkräftemangel sieht er eher zusätzliche Probleme für seinen Betrieb und er möchte deshalb nicht, dass seine Kinder sich das zumuten. Auch eine interessante Sichtweise.

Ich fand das alles in allem sehr spannend, wie groß die Spanne der Nachfolgegeschichten war, die mir da beim Kaffee auf unserem Messestand zu Ohren gekommen ist – und das, obwohl es ja eigentlich eine ausgewiesene Fachveranstaltung war.

Die Problemzonen der Nachfolge

Mit ein bisschen „analytischer Distanz“ kann man die Schwierigkeiten rund um die Unternehmensnachfolge an drei verschiedenen Problemzonen festmachen:

Problemzone eins ist, dass der oder die Unternehmer nicht so gut loslassen können. Entweder, weil sie vielleicht keinen anderen Lebensinhalt haben und gar nicht so richtig wissen, was sie denn jetzt in der Phase, die nach dem Unternehmen kommt anstellen sollen. Oder weil sie vielleicht auch ihre Anforderungen und ihre Erwartungen nicht klar formulieren und der Nachfolger vielleicht gar nicht weiß, was von ihnen erwartet wird. Oder weil es vielleicht auch Probleme mit den unterschiedlichen Werten gibt.

Die zweite Problemzone ist auf der Seite der Nachfolger, die entweder nicht so gut geeignet sind oder sich mit der Übernahme der Verantwortung oder mit der Übernahme von Mitarbeiterführung schwer tun. Sie sind vielleicht sehr gute Fachleute, kommen aber  an ihre Grenzen, wenn es an die Führung von Teams oder gar der ganzen Belegschaft geht. Vielleicht haben die Nachfolger auch Angst vor dem Arbeitspensum oder Bedenken, dass sie der Verantwortung nicht gewachsen sein könnten. Da kann man auch Klarheit schaffen.

Die dritte Problemzone, die man sich anschauen muss, ist das Unternehmen selbst. Weil auch dieses muss eine gewisse Übergabereife haben. Wenn es dort große Defizite bei Digitalisierung gibt, die Unternehmenskultur nicht zeitgemäß ist oder das Geschäftsmodell an sich nicht profitabel genug ist, dann ist das auch ein schlechtes Vorzeichen für Unternehmensnachfolge.

Meine Lösung: Der Nachfolgeschmiede-Sprint

Aber ich habe auch eine Lösung für diese drei Problemzonen: Mein neuer Nachfolgeschmiede-Sprint! Der Nachfolgeschmiede-Sprint ist ein fünfstufiger Prozess für Unternehmer und ihre Nachfolger, wo wir alle relevanten Punkte für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe uns zusammen anschauen. Dieses Programm enthält hybride Elemente und auch Workshops in Präsenz. Das Ganze dauert insgesamt acht Wochen und nach diesen acht Wochen wissen dann alle Beteiligten, was der Status Quo ist und sie entwickeln ein gemeinsames Verständnis davon, wie ihr Übergabeprozess aussehen soll. Am Ende des ganzen Programms erhält das Unternehmer-Gespannt von mir auch noch einen Abschlussbericht, mit dem man dann auch in die Mitarbeiterkommunikation gehen kann oder den man auch für ein Bankgespräch nutzen kann. Und dadurch, dass wir mit diesem achtwöchigen Nachfolgesprint eine Struktur in den Übergabeprozess bringen, legen wir auch den Grundstein für eine erfolgreiche Betriebsübergabe. Also alle Themen das Loslassen des Unternehmers, das Annehmen des Nachfolgers und ein gemeinsamer Blick auf das Unternehmen selbst – das bietet mein fünfstufigen Prozess aus Hybriden und Präsenzelementen zusammengefasst in acht Wochen.

Falls du nun als Unternehmer am Anfang deiner Nachfolgeplanung steckst oder falls du potenzieller Nachfolger bist und gerne mit Systemen in den Chefsessel kommen möchtest, dann nimm doch einfach Kontakt zu mir auf und buche ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch.

Weitere Artikel

Nachfolger dringend gesucht!

„Schwierige Nachfolgeregelungen: Deutsche Mittelständler werden ihre Firmen nicht los“ – so titelte der Nachrichtensender n-tv Mitte Februar 2025. „Zehntausende Unternehmen stehen vor dem Aus“ heißt